Insolvenz im Baugewerbe in der Schweiz: Tipps für Bauherren

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Insolvenz im Baugewerbe, das ist das Thema im heutigen Blog. Die Welt ist im Moment unsicher und auch wir in der Schweiz spüren das. Die Insolvenzen in der Baubranche betreffen uns. Immer mehr Firmen werden zahlungsunfähig und gehen in Konkurs. Im heutigen Beitrag gibt es Tipps, wie man sich als Bauherr schützen und drohende Totalverluste vermeiden kann.

 

Insolvenz im Baugewerbe

Was ist eine Insolvenz in der Baubranche? Zum einen sind es Unternehmen, die zahlungsunfähig sind oder zahlungsunfähig werden. Es ist aber leider auch so, dass diese dann in der Regel schlechtere Qualität liefern, d.h. die Bauarbeiten können mangelhaft sein. Zudem kann es zu Verzögerungen bei der Lösung von Problemen kommen und im schlimmsten Fall sogar zu einem Verlust. Abgesehen von der Zahlungsunfähigkeit ist das Problem, dass du ein halbfertiges Werk hast. Dann musst du wieder jemanden einstellen. Dein Architekturbüro muss ein Unternehmen finden, welches weiterbaut und die Arbeit wieder beendet. Weil letztendlich ist man in verschiedenen Abhängigkeiten mit anderen Firmen, dem Fertigstellungstermin usw. und das ist mit mehr Aufwand verbunden, der nicht unbedingt sehr notwendig ist.

 

Auswirkungen einer Insolvenz auf Bauherren

Eine Insolvenz kann für Bauherren massive finanzielle und rechtliche Folgen haben. Wichtig ist es, sich dieser Auswirkungen bewusst zu sein. Zum einen habe ich einen finanziellen Verlust. Es entstehen mehr Kosten, die nicht von anderen Personen oder Firmen getragen werden müssen. Ausnahme ist hier der Teil, wenn eine Vertragskonstruktion passt. Wie hoch ist das Risiko bzw. liegt das Risiko bei TU, wenn ein Subunternehmer Insolvenz anmeldet oder in Konkurs geht? Zudem bringt es Unruhe und Zeitverzögerung in das Projekt und dies ist fast nicht zu vermeiden. Es muss ein anderes Unternehmen beauftragt werden, um die digitalen Gewerke zu übernehmen oder einen Teil am Bau zu übernehmen und die Einheit oder das beauftragte Gewerk fertigzustellen. Wenn der Bau aber schon fertiggestellt ist, ist das Thema der Gewährleistung, die natürlich kein Unternehmen mehr darstellt, um Garantieleistungen zu erbringen und für Mängel oder andere Themen zur Verfügung zu stehen, um diese wieder zu beheben. Dann natürlich auch das Thema der Rechtsstreitigkeiten, die sich im Prinzip vergleichen lassen. Nur wenige Prozent der Insolvenz Fälle landen vor Gericht, die meisten lassen sich in der Regel ohne Gericht lösen.

 

Tipps für Bauherren bei einer Insolvenz

Welche Tipps gibt es, um sich als Bauherr vor der Insolvenz von Subunternehmern oder Firmen abzusichern? Es gibt Massnahmen, die Bauherren ergreifen können, um sich vor den Auswirkungen einer Insolvenz zu schützen und ihre Interessen zu wahren. Es fängt schon beim Vertrag an, wenn du den Vertrag richtig abschliesst, mit Sicherheiten hinterlegst, mit Abschlusszahlungen und Bürgschaften arbeitest, hast du dich schon mal gut abgesichert. Als zweiter Tipp, Kontrolliere die Zahlungen und behalte den Zahlungsfluss im Auge. Prüfe die Zahlungen immer nur für das, was auch fest an deinem Gebäude verbaut ist, weil dann ist es ja schon fast im Wesentlichen dein Eigentum. Du musst ein aktives Zahlungs- und Baukostencontrolling haben, so kannst du dich vor einer allfälligen Insolvenz schützen. Der dritte Punkt sind dann noch sehr lange Garantien, Sicherheiten, damit auch treuhänderisch mit deinem Geld umgegangen wird oder du von einem dritten Institut, einer Bank, Versicherungsinstitut oder anderen Finanzierungsinstituten Garantien bekommst, um dein Bauwerk und auch die Zahlungen abzusichern. Wenn ein Unternehmen in Konkurs geht oder zahlungsunfähig wird, hast du damit gewisse Garantien und Raten.

 

Sicherheiten und Garantien bei Insolvenz

Jetzt kommt die Frage auf, ja, was gibt es denn für Garantien und Sicherheiten bei Insolvenz? Dabei schauen wir uns den Prozess an, d.h. wir fangen mit der Ausschreibung an, dann gibt es die Deadline, das Angebot des Angebots kommt. Weiter geht der Prozess mit der Bereinigung der Angebote, dem Zuschlag, Gesprächen, einem Werkvertragsentwurf und dem nächste Meilenstein die Vertragsunterzeichnung. Anschliessend kommt dann die Leistungserbringung, d.h. die Realisierung und Umsetzung auf der Baustelle. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, kommt der nächste Meilenstein, die Abnahme. Bei der Abnahme beginnt die Nutzung und die Gewährleistung. Wenn wir nach SIA Norm bauen, betragen die Garantien zwei Jahre für offene, fünf Jahre für verdeckte und zehn Jahre für arglistig verschwiegene Mängel.

 

Bietergarantie

Bei sehr grossen Projekten gibt es bereits eine Bietergarantie, diese ist von der Ausschreibung über das Angebot bis zur Vertragsunterzeichnung gültig. Die Verträge geben dir als Bauherr oder als institutioneller Investor die Sicherheit, in diesem bestimmten definierten Zeitraum, Garantien zu geben, wenn mit diesen Partnern zusammengearbeitet wird, die Kooperation beginnt, Anzahlungen geleistet werden und ein Vertragsrecht eingegangen wird.

 

Erfüllungsgarantie

Die nächste Möglichkeit sich bei einer Insolvenz zu schützen, ist die klassische Form, die Erfüllungsgarantie. Warum braucht man die? Es ist nicht immer garantiert, wenn man Zahlungen auf Rechnung leistet, dass diese auch tatsächlich erfolgen. Was ich voraussetze ist nicht ein Zahlungsplan nach Zeitplan, sondern nach Feststellung der Leistung. Du darfst als Bauherr nie Zahlungspläne unterschreiben, die termingebunden sind, sondern es muss immer eine Leistungsfeststellung vor Ort sein. Das ist ein Zahlungsgrund und nicht irgendwelche fiktiven Termine oder Ankündigungen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, dass die ganze Logik stimmt. Nicht, dass man da noch auf falsche Ideen kommt, aber wenn das stimmt, wenn es einen Zahlungsplan in den Verträgen gibt, die nach Leistungsfortschritt bezahlt werden, dann macht auch eine Erfüllungsgarantie Sinn, die von der Vertragsunterzeichnung bis zur Abnahme gilt.

Anzahlungsgarantie

Eine andere Form ist die Anzahlungsgarantie. Unternehmen, welche viel Stahl einkaufen, für spezielle Messtechnologien oder Fahrstühle / Aufzüge, sind klassische Firmen, die gerne eine Anzahlung hätten. Das muss nicht immer sein, aber aus Erfahrung oder aus der Praxis heraus haben diese Unternehmen gerne eine Anzahlung. Damit ich aber nicht einfach Geld ausgebe, weil in dieser Zeit könnte das Unternehmen in Insolvenz gehen oder schon in Konkurs sein, gibt es die Anzahlungsgarantie. Die Anzahlung würde vielleicht für irgendetwas anderes genutzt und ich käme gar nicht an das Material und an den Auftrag, den ich eigentlich als Bauherr bezahlt habe. Denn erst wenn etwas auf meinem Grundstück fix verbaut ist, ist es mein Eigentum. Wenn bei einer Insolvenz das Material auf die Baustelle geliefert wird und noch nicht fix verbaut ist, kommt der Konkursvollstrecker, verpfändet es und nimmt es dir weg, weil es nicht dein Eigentum ist, auch wenn du schon eine Anzahlung geleistet hast. Mit einer Anzahlungsgarantie kann, wenn etwas schief geht, die Anzahlung von dieser Versicherung oder Bank zurückgefordert werden.

 

Werksgarantie

Dann ein weiteres klassisches Thema ist die Werksgarantie. Diese Garantie beginnt erst mit der Abnahme eines Werkes, einer ganzen Immobilie oder eines Bauvorhabens, das in Betrieb genommen wird. Mit der Werksgarantie wird sichergestellt, wenn ein Unternehmen nach der Abnahme in Insolvenz geht, der Betrag für Mängelbehebung während den definierten Fristen, bereitgestellt wird.

Die Werksgarantie ist zusammen mit der Erfüllungsgarantie, welche bei Vertragsunterzeichnung abgeschlossen werden muss, notwendig. Egal ob du ein Einfamilienhaus oder ein Millionenprojekt hast. Diese zwei sind ein Muss, welche von dir oder deinem Bauherrenvertreter beauftragt werden müssen.

 

Bauhandwerkerpfandrecht

Das sogenannte Bauhandwerkerpfandrecht sichert die Firmen ab, wenn der Bauherr nicht zahlt. Diese Garantie beginnt ab Vertragsunterzeichnung. Wenn die Leistungen nicht bezahlt werden, kann der Unternehmer innerhalb einer bestimmten Frist das Bauhandwerkpfandrecht anmelden. Dieses wird im Grundbuch eingetragen und der Unternehmer kann eine Verwertung verlangen, damit seine Forderungen bezahlt werden.

 

Rechtliche Grundlagen für Bauherren bei einer Insolvenz

Als Bauherr hat man bestimmte Rechte und Schutzmechanismen, um seine Interessen zu wahren und mögliche Verluste zu minimieren.

  • Vertragliche Vereinbarungen: Überprüfe die Vertragsbedingungen auf Schutzklauseln und Regelungen bei Insolvenz.
  • Recht auf Dokumentation: Fordere alle relevanten Dokumente ein und archiviere diese sorgfältig.
  • Rechtsberatung in Anspruch nehmen: Hole dir professionelle rechtliche Unterstützung, um deine Interessen zu vertreten.
  • Insolvenzrechtliche Bestimmungen: Informiere dich über die geltenden insolvenzrechtlichen Bestimmungen in der Schweiz.

 

Fazit

Für den Bauherren kann eine Insolvenz im Baugewerbe verheerende Auswirkungen haben. Mit den richtigen Massnahmen, Schutzmechanismen und der richtigen Unterstützung können Bauherren jedoch drohende Totalverluste vermeiden.

  • Gründliche Vertragsprüfung: Überprüfe die Verträge sorgfältig und setze angemessene Schutzmassnahmen.
  • Frühzeitiges Handeln: Erkenne Warnsignale und ergreife frühzeitig Massnahmen, um weitere Risiken zu minimieren.
  • Informationsaustausch: Tausche dich mit anderen Bauherren und Fachexperten aus, um wertvolle Informationen und Ratschläge zu erhalten.

 

Das heutige Thema zu Insolvenz und Unternehmen, die Konkurs gehen könnten ist nicht zu vernachlässigen, denn leider häufen sich die Fälle durch das aktuelle Weltgeschehen.

 

 

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