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PQM: Qualitätsmanagement vom Vorprojekt bis zur Übergabe

Im Gespräch mit Bauherren und Investoren höre ich oft, dass es doch ziemlich viel kostet, ein projektbezogenes Qualitätsmanagement zu installieren. Ich erwidere dann jeweils mit einer Frage: «Wie viel kostet es dich erst, wenn du es nicht machst?»

Und da sind wir schon mitten im Thema: Das PQM bringt nämlich für alle Beteiligte Schutz und Sicherheit.

Weshalb braucht es ein PQM?

Es geht einerseits darum, die Gefahr von Personenschäden zu minimieren. Weiter soll projektbezogenes Qualitätsmanagement finanziellen Schutz bieten und schliesslich durch sinnvolle Kontrollen in einem geordneten Prozess allen Beteiligten unnötigen Ärger ersparen.

Man kann sich das vorstellen wie Zahnräder, die ineinandergreifen müssen. Das erste Zahnrad ist der Bauherr oder der Investor, der die Rahmenbedingungen festlegt. Wir als Bauherrenvertreter können hier – falls gewünscht – das fertige PQM vorgeben, damit dieses vom Architekten und von allen Fachplanern bereits in der Planung vorgefunden wird. Das geht dann weiter zum Spezialisten, zu den Unternehmern und Handwerkern.

Welche Leitfäden und Hilfsmittel gibt es?

Für einfachere Projekte empfehle ich dir die SIA-Dokumentation 0238 mit dem Titel «Bausteine zum Projekterfolg». Für anspruchsvollere und komplexere Projekte gibt es ein PQM-Handbuch und ausserdem das SIA-Merkblatt 2007. Auch wir bei siworks gleisen unser PQM in Anlehnung an diese Normen und Empfehlungen auf.

Die ersten Schritte

Zuerst müssen die Anforderungen des Bauherrn oder des Bauherrenvertreters geklärt werden. Dazu wird ein Projekthandbuch und ein Projektpflichtenheft erstellt. Letzteres beschreibt und definiert das fertige Produkt – und zwar bis zur hintersten und letzten Schraube. Weiter findet man darin etwa die technische Schnittstellen-Dokumentation, die Phasenabschlüsse, Kostenschnittstellen und den Terminplan. Das ergänzende Projekthandbuch beinhaltet unter anderem die Projektziele und regelt sowohl die Kompetenzen als auch die Pflichten aller Beteiligten.

Der nächste Schritt ist der Prozess der Risikoanalyse. Dabei geht es darum, die wichtigsten Risiken des Projekts aufzulisten, deren Wahrscheinlichkeit zu bewerten und entsprechende Massnahmen zu definieren. Es gibt hier immer projektspezifische Risiken – zu etwa 80 Prozent tauchen jedoch beim Bauen immer wieder die gleichen Punkte auf. Auf der Basis dieser Analyse wird dann ein Q-Lenkungsplan erstellt, wo man die Risiken und Massnahmen niederschreibt. Damit schliesst man auch den Planungsteil ab und es beginnt die Phase der Realisierung bei Baustart.

Wir dürfen dabei aber nicht die «Parallelwelt» vergessen: die Seite des Auftragnehmers. Auch hier gibt es PQM-Themen, die bereits in die Ausschreibung einfliessen. Dabei erstellt er erstmal eine Auftragsanalyse und schaut, ob er das Geforderte überhaupt so umsetzen kann.

Es geht Richtung Realisierung

Bei erfolgter Auftragserteilung erstellt der Auftragnehmer dann ein QM-Konzept. Dann geht es Richtung Realisierung und Auftraggeber und -nehmer erstellen eine QM-Vereinbarung. Bei einem Totalunternehmer wird diese natürlich entsprechend umfangreich. Dann geht es weiter zur QM-Planung und QM-Prüfung. Der nächste übergeordnete Prozess mit dem Auftraggeber ist dann das PQM-Controlling.

Auf der Seite des Auftraggebers geht es nach der QM-Vereinbarung weiter zur Q-Prüfung und zum PQM-Controlling. Nach diesem Prozess kommt ein Dokument vom Monitoring des Bauherrn, und auf der Auftragsnehmerseite ein PQM-Prüfbericht.

Das Monitoring vor Ort durchführen, alles prüfen und durchziehen – das ist ein Knochenjob. Aber am Ende hast du dafür einen hochzufriedenen Bauherrn.

All diese Dokumente und Prozesse vom Vorprojekt bis zur Mängelbehebung und Übergabe ist also dieses «Monstrum» PQM.

Ich hoffe, ich konnte dir eine gute Übersicht zum Thema projektbezogenes Qualitätsmanagement geben und würde mich natürlich über eine positive Podcast-Bewertung freuen.

Wenn du dich mit mir vernetzen möchtest, findest du hier mein LinkedIn-Profil. Mehr Infos über siworks immo findest du auf unserer Website oder auf auf der Webseite des Bundes.

Du möchtest Bauherrenvertreter/in werden? Als Initiator und Mentor der academy Bauherrenvertretung begleite und unterstütze ich zukünftige Bauherrenvertreter/innen während ihrer Ausbildung. Falls auch du Interesse hast an einem lohnenden Wechsel auf die Arbeitgeberseite, wo du die Spielregeln aktiv mitbestimmen kannst, empfehle ich dir einen Besuch unserer academy-Website.

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