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Der Vergabeantrag: So wird er zur soliden Entscheidungsbasis

Der Anstoss zu dieser Podcast-Folge kam heute per Post zu mir. Ich erhielt nämlich einen Vergabeantrag, der leider überhaupt nichts taugt. Deshalb erläutere ich heute, was ein Vergabeantrag ist und was er alles beinhalten sollte.

Was ist ein Vergabeantrag?

Vergabeanträge werden durch den Bauleiter, den Generalunternehmer oder den Totalunternehmer erstellt. Ein Vergabeantrag hat zum Ziel, dass du als Bauherr oder Bauherrenvertreter beurteilen kannst, wem du den Auftrag für eine Arbeitsgattung geben solltest.

Wie läuft der Prozess ab?

In einem ersten Schritt wird die Offertanfrage durchgeführt. Dabei sendet das Baumanagement einer vordefinierten Liste an Unternehmen Anfragen und beurteilt die daraufhin erhaltenen Offerten.

In einer ersten Runde muss man die Offerten prüfen und vorqualifizieren. Vergleichen wir hier wirklich Äpfel mit Äpfeln oder gibt es in einer Offerte noch Missverständnisse oder Ungenauigkeiten? Wenn Letzteres der Fall ist, hat der Unternehmer nochmals die Möglichkeit, die Offerte zu überarbeiten.

Es folgt ein weiterer Vergleich. Wir bei siworks machen es jeweils so, dass wir dann unsere drei Favoriten zu einem Vergabegespräch einladen. Den nach diesem Prozess erstplatzierten Unternehmer laden wir daraufhin zu einem finalen Gespräch ein, bei dem er uns sein endgültiges Angebot unterbreitet.

Dann kommen wir zum Vergabevergleich. Das Baumanagement oder der TU stellt den Vergabeantrag zusammen. Gerade hier kann vieles schiefgehen – aber dazu später mehr. Liegt der Vergabevergleich jedoch korrekt vor, darfst du als Bauherr oder Bauherrenvertreter wählen, wem du den Auftrag vergeben möchtest. Dann folgt die Ausarbeitung des Vertrags, die wir dann in einer anderen Podcast-Folge anschauen werden

Was muss ein Vergabeantrag alles beinhalten?

In der Regel erhältst du ein A3-Blatt im Querformat. Darauf müssen folgende Informationen sein: Es sollten nicht nur die Offertsumme und die Unternehmer aufgelistet sein, sondern auch der Vergleich zum Kostenvoranschlag. Sonst kannst du gar nicht beurteilen, ob die Arbeitsgattung deiner Kostenvorstellung entspricht. Dabei ist nicht einfach die KV-Zahl zu übernehmen, sondern es gilt auch allfälligen Rückstellungen (Nachträgen, Regiearbeiten etc.) Rechnung zu tragen.

Wichtig ist auch die Auflistung aller Angebote und nicht nur die der besten drei Unternehmen. Denn nur so kannst du dem Bauherrn veranschaulichen, wie viele und welche Unternehmer man angefragt hat. Der Vergabeantrag sollte ausserdem strukturiert sein, um ein Durcheinander zu vermeiden (erster Platz links, aufsteigend nach rechts).

Zum Thema Vergleichbarkeit: Eine gute Lösung ist eine Bemerkungsspalte ganz unten. Dort trägt man spezielle Unterschiede zu anderen Offerten sein. Dies können etwa Produkte, Pauschalangebote, Referenzen, aber auch Vorbehalte sein.

Mit dem Vergabevorschlag gibt das Baumanagement seine eigene Empfehlung mit Begründung ab.

Dann braucht es nur noch ein Entscheidungsfeld für den Bauherrn oder den Bauherrenvertreter und die Unterschriftsfelder.

So, nun kannst du diese wichtigen Entscheidungen fundiert treffen.

Ich hoffe, ich konnte dir eine gute Übersicht zum Thema Vergabeanträge geben und würde mich natürlich über eine positive Podcast-Bewertung freuen.

Wenn du dich mit mir vernetzen möchtest, findest du hier mein LinkedIn-Profil. Mehr Infos über siworks immofindest du auf unserer Website.

Du möchtest Bauherrenvertreter/in werden? Als Initiator und Mentor der academy Bauherrenvertretungbegleite und unterstütze ich zukünftige Bauherrenvertreter/innen während ihrer Ausbildung. Falls auch du Interesse hast an einem lohnenden Wechsel auf die Arbeitgeberseite, wo du die Spielregeln aktiv mitbestimmen kannst, empfehle ich dir einen Besuch unserer academy-Website.

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